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Soeben erschienen:

Auf dem Marktplatz der Moderne

Ein junger Mann namens Müller importierte Anfang der 1960er-Jahre die Idee des Einkaufszentrums in die Schweiz. Und er wurde nach 34 erfolgreichen Jahren von jenem Financier kaltgestellt und ausgebootet, der später auch eine Grossbank an den Rand des Kollapses bringen sollte: Martin Ebner.
Der Publizist Karl Lüönd legt mit der Biografie von Jacques E. Müller einen wahren Wirtschaftskrimi auf und lässt die wichtigsten Zeitzeugen und Vertrauten der damaligen Protagonisten zu Wort kommen.


Am Anfang war die Idee der Selbstbedienung: grosse Läden mit breiten Gängen; die Ware in verschwenderischer Fülle vor den Augen der Kundschaft ausgebreitet. In der Schweiz eröffnete 1948 die Migros den ersten Selbstbedienungsladen nach amerikanischem Muster. Er schlug alle Umsatzrekorde, die Menschen strömten in Massen in den neuen Laden mit dem modernen Einkaufskonzept. Doch Bau und Einrichtung von Supermärkten waren – nur schon wegen ihrer grossen Fläche – ungleich kapitalintensiver als der herkömmliche Ladentypus. Es gab wenig Mietflächen in der erforderlichen Grösse. Es war deshalb absehbar, dass die Märkte eigens gebaut werden mussten.

Jacques E. Müller brachte das Einkaufszentrum in die Schweiz
Das war die Gründungsidee von Intershop: Finanzierung, Bau und Betrieb von kommerziell genutzten Immobilien. Der erste, der an ganze Einkaufszentren dachte, war Denner-Besitzer Karl Schweri. Er schickte seinen Mitarbeiter Dr. Jacques E. Müller nach Amerika, um erste Beteiligungen einzufädeln. Nach zwei Jahren wechselte Müller zur Winterthur Versicherung und konnte eine Firma nach eigenen Vorstelloungen aufbauen: Intershop. Die Firma fing 1962 an mit einem Büro im Finanzdistrikt von Zürich, einer Halbtags-Sekretärin und einem Direktor: Den 31-jährigen Dr. Jacques E. Müller. Er machte aus dem No-Name die Intershop Holding AG, eine international führende Immobiliengruppe.

Müllers Grundidee war einfach: Intershop bot nicht nur Planung, Finanzierung und Realisierung der Einkaufszentren an, sondern auch das langfristige Engagement als Betreiber – dies als vertrauensbildenden Tatbeweis gegenüber den Mietern, die ihrerseits ja auch hohe Investitionen tätigen mussten. Zehn Jahre ist die Firma international führend und geht an die Börse: ein solider, ständig wachsender schweizerischer Wert, geboren aus der Mitte des helvetischen Versicherungs- und Bankenkapitals. Doch 1996 kam die Wende.

Von Martin Ebner ausgebootet und kaltgestellt
Aus heiterem Himmel präsentierte sich an der Generalversammlung der Financier Martin Ebner als Grossaktionär und erzwang mit Hilfe des Hauptaktionärs Winterthur Versicherungen einen Wechsel der bisher erfolgreichen Strategie. Und Jacques E. Müller wurde aus der Firma bugsiert.

Mit dem ihm eigenen Tempo schickte sich Martin Ebner an, die auf langfristige Ziele ausgerichtete Intershop Holding AG in ein schnelles, tradingorientiertes Immobilienunternehmen umzuwandeln. Innert drei Jahren wurden die in Jahrzehnten aufgebauten ausländischen Beteiligungen gewinnbringend verkauft und die Geschäftstätigkeit sowohl geografisch wie inhaltlich umorientiert.

Der jähe Klimawechsel an der Führungsspitze blieb nicht folgenlos. Innert eines halben Jahrs verliessen vier langjährige Mitglieder der Geschäftsleitung das Unternehmen. Eine zweite Gruppe von sechs Kadermitgliedern kündigte sogar kollektiv. Jacques E. Müller, der Intershop vom ersten Tag an geführt und geprägt hatte, liess sich zwar noch in den nach Ebners Wünschen radikal verschlankten Verwaltungsrat wählen, schied aber ein Jahr nach dem Machtwechsel aus. Er folgte dem Ruf des Mövenpick-Eigentümers Baron August von Finck und übernahm den Verwaltungsratsvorsitz der Mövenpick Holding bis 2001.




Weitere Bücher:

Der Energiepapst

Wirken, Werk und Werte von Michael Kohn (1925-2018)


Im Kleidergeschäft seines Vaters an der Zürcher Langstrasse hatte Michael Kohn – Sabbat hin oder her – einen festen Wochenend-Job: Er musste die Änderungen an den Hosen abstecken, welche die Limmattaler Bauern gerne beim netten Juden einkauften, der Michaels Vater war. «Wenn du das einmal gemacht hast», pflegte Kohn später oft zu sagen, «weißt du, wie Kommunikation geht und worauf es ankommt.»


«Wir lebten jahrelang auf gepackten Koffern: zur Flucht bereit. Wir spürten: Wir gehörten nicht wirklich dazu! Wir waren tief verletzt, mein Vater und ich. Mein Vater leistete schliesslich Militärdienst wie jeder andere diensttaugliche Schweizer auch. 900 Aktivdiensttage hatte er am Kriegsende im Dienstbüchlen.»


Soeben ist die spannende Biografie des Ingenieurs, Managers und «Energiepapstes» Michael Kohn erschienen – mit vielen bisher unbekannten Details: Warum er mit dem AKW-Projekt Kaiseraugst scheiterte und in Gösgen zum Ziel kam.




Versuch – Erfolg – Irrtum

Die Hasler-Story


«Hasler» – das war früher ein Synonym für Telefon. Angefangen als kleine Werkstatt und gewachsen zum grössten Arbeitgeber der Stadt Bern, prägte Hasler die Telekomszene in der Schweiz für Generationen. Dahinter standen zunächst Vater und Sohn Hasler, die der Unternehmung für fast 100 Jahre vorstanden. Sie entwickelten Telegraphenapparate und Telefonzentralen, setzten auf die Drahtlostechnologie und bauten «nebenbei» weltberühmte Geschwindigkeitsmesser, meteorologische Messinstrumente oder Signalanlagen. Das Erbe der Haslers wuchs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiter, die Fusion zur Ascom sollte ein Befreiungsschlag im harten Wettbewerb der Globalisierung werden. Doch es folgte der stufenweise Abstieg. Der Erfolg blieb aus, nicht aber die Spannung in der wechselvollen Geschichte.




Ein Buch – aber wie machen?

Einmal entspannt und vertieft erzählen, worum es geht. Ohne Platznot und Formatzwang, dafür mit schönen Bildern für aufmerksame Leser. Zeit für ein Buch? Für ein Auftragswerk? Für die Fachzeitschrift «MK Marketing & Kommunikation» hat er das Wichtigste zusammengefasst. Karl Lüönd hat seit den 1990er Jahren schon rund 60 Auftragswerke realisiert.